Der perfekte Anschluss

12. Januar 2012

Die Ausstattung einer Wohnung oder eines Hauses mit maßgeschneiderten Elektroinstallationen trägt entscheidend zu deren Qualität und Komfort bei.

Man möchte an einer bestimmten Stelle des Raumes eine Leuchte aufstellen, und genau an dieser Stelle gibt es keine Steckdose! Die neue Wohnwand könnte sehr gut die TV- und HiFi-Anlage beherbergen, leider sind aber die Antennenanschlüsse auf der gegenüberliegenden Raumseite eingebaut. Im neuen Wohnbereich soll bewusst auf eine Deckenleuchte verzichtet werden, der bereits vorhandene Stromauslass bleibt aber trotzdem zumindest mit einer Blenddose „sichtbar“ und verschandelt den Raumeindruck.

Sicherlich muss diese Situation hingenommen werden, wenn es darum geht, einen bestehenden Raum spontan und nur temporär umzugestalten, vor allem, wenn dieser nur auf absehbare Zeit angemietet ist. Beim Umbau oder bei der grundlegenden Renovierung der eigenen vier Wände, auf jeden Fall aber bei einem Neubau, sollte daher genau darauf geachtet werden, dass die benötigten Elektroinstallationen an den entsprechenden Stellen vorgesehen werden.

Dazu ist es unbedingt notwendig, dass frühzeitig ein Entwurfskonzept für die Einrichtung und den Innenausbau der entsprechenden Räume erarbeitet wird. Nur so lässt sich maßgenau festlegen, an welchen Stellen entsprechende Elektroanschlüsse eingebaut werden müssen.

Das Problem bei vielen Bauprojekten besteht darin, dass das Thema Elektroeinrichtung zu einem Zeitpunkt geplant wird, bei dem die finale Nutzung, meist auch der eigentliche Nutzer noch gar nicht feststehen, wie z.B. bei der Planung von Mietwohnungen. Räume können dann nur mit einer allgemeinen Grundausstattung ausgerüstet werden. Diese besteht in der Regel aus einem mittigen Stromauslass in der Decke, einem Lichtschalter an der Eingangstür und einer gewissen Anzahl von Steckdosen, meist im Bereich der Zimmerecken. Antennen- und Telefonanschlüsse finden sich meist nur in einem Raum, der vom Planer für die entsprechende Nutzung vorgesehen ist. Weicht die gewünschte Raumnutzung des Bewohners dann aber davon ab, sind die eingangs beschriebenen Probleme vorprogrammiert.

Das Thema Elektroplanung, welches einhergeht mit den Themen „Beleuchtung“ und „medientechnische Ausstattung“, wird häufig zu spät angegangen, nämlich dann, wenn bereits andere Randbedingungen geschaffen sind. Sehr oft müssen dann Bauherren-Entscheidungen spontan und unter Zeitdruck getroffen werden, oft sind es die falschen.

Ein Entwurf für Einrichtung und Innenausbau ist daher schon in der Planungsphase eines Bauprojektes zwingend notwendig, damit die vorgesehene Elektroausstattung die spätere Nutzung möglich und komfortabel macht. Der Innenarchitekt erstellt hierzu eine Elektro-Vorgabeplanung, die sogenannten „Leitdetails“, die sich aus seiner Raumplanung ergeben. Diese werden dann vom Elektro-Fachplaner entsprechend den technischen Vorschriften berechnet und in dessen Ausführungsplanung übernommen.

Im Bereich der Küche wird dies am deutlichsten: Hier muss feststehen, an welcher Stelle welches Küchengerät zum Einsatz kommen soll, damit die entsprechenden Stark- und Schwachstromanschlüsse richtig positioniert werden können. Es geht aber weiter z.B. mit Fragen der Beleuchtung: An welchen Stellen soll mit Deckeneinbauleuchten gearbeitet werden? Wenn es später Abhangdecken gibt, lassen sich flächenbündige Einbauleuchten manchmal noch nachträglich montieren. Handelt es sich bei der sichtbaren Raumdecke jedoch um die Unterseite der tragenden Stahlbetondecke, müssen hier bereits schon zum Zeitpunkt des Rohbaus entsprechende Maßnahmen getroffen werden. Bevor die Decke gegossen wird, müssen passende „Töpfe“ in der Beton-Schalung vorgesehen werden, die den Hohlraum in der Decke für den späteren Einbau der Leuchten aussparen.

Ein häufig unterschätztes Thema ist die Schaltung von Leuchten. Gerade in großen, fließend ineinander übergehenden Räumen ist es sinnvoll, Leuchten mit Wechselschaltern von verschiedenen Positionen im Raum ein- und ausschalten zu können. Dabei geht es nicht ausschließlich um Deckenleuchten, sondern ebenfalls um die Schaltung von Tisch- und Stehleuchten. Diese können problemlos mit Raumschaltern betätigt werden, wenn am vorgesehenen Aufstellort eine schaltbare Steckdose zum Anschluss der Leuchte vorgesehen ist. Gleiches gilt für Wandleuchten. Obwohl Letztere sehr schöne Möglichkeiten für eine atmosphärische Raumbeleuchtung darstellen, findet man sie nur relativ selten, weil zum Zeitpunkt der technischen Planung das Thema Atmosphäre noch nicht anstand.

Weitere Installationen jenseits der Standartausstattungen sind beispielsweise Bodenauslässe für frei im Raum stehende Leuchten, z.B. im Bereich einer mittig im Raum stehenden Sitzgruppe, Dimmer, Lautsprecher- und Netzwerkdosen, schaltbare Anschlüsse für indirekte Beleuchtungen in Möbeleinbauten, elektrische Fensteröffner und Jalousien, Bewegungsmelder, Anschlüsse für Wandleuchten im Bereich von Treppenstufen, etc. … die Reihe ließe sich unbegrenzt fortführen.

Fazit: Die gewünschte Nutzung sollte die Ausstattung eines Raumes mit Elektroinstallationen bestimmen und nicht umgekehrt. Dann gibt es den perfekten Anschluss!

Gepflegte Kellergeister

26. Oktober 2011

Die unterste Etage des Wohnhauses vollzieht eine stete Wandlung vom dunkel-muffigen Vorratslager hin zum atmosphärisch gestalteten Aufenthaltsbereich. Neben Wellness- und Fitnessräumen halten auch hochwertig gestaltete Weinkeller Einzug ins Raumprogramm des Kellergeschosses.

Noch vor wenigen Jahrzehnten bestand die Hauptaufgabe eines Kellers in erster Linie darin, Abstell- und Lagerflächen zu bieten, Heizkessel und andere haustechnische Anlagen unterzubringen sowie Hauswirtschaftsräume wie Waschküche oder Werkraum vorzuhalten. Das höchste der Gefühle war oft ein sogenannter „Partykeller“ – meist eine belegte, jedoch leer zu räumende, geflieste Fläche inmitten eines ungestalteten Nebeneinanders von Kellerabteilen und Fluren.

Während heutzutage Fitness- und Wellnessbereiche mit Sauna oder Dampfbad schon relativ häufig anzutreffen sind, entdecken auch immer mehr Weinliebhaber den Wunsch, ihrer ganz besonderen Passion einen ganzen Raum im Untergeschoss zu widmen, der einerseits die richtigen Lagerungsbedingungen für die wertvollen, alkoholischen Traubensäfte schafft, andererseits aber auch das atmosphärische Ambiente für eine Weinverkostung bietet: einen Weinkeller!

Wein als lebendiges und sehr empfindliches Naturprodukt verlangt nach optimalen und konstanten Bedingungen in seiner Umgebung, um sich geschmacklich zu entwickeln und nicht negativ beeinflusst zu werden. Neben einer möglichst gleichbleibenden Temperatur zwischen 10 und 15°C und einer konstanten Luftfeuchtigkeit von etwa 50 – 70% sollten eine ausreichende Belüftung, Dunkelheit und Ruhe gewährleistet sein.

In traditionellen Weinkellern werden diese klimatischen Bedingungen dadurch erreicht, dass der Kellerraum im direkten Kontakt zum Erdreich steht und in der Regel nur durch Ziegelsteine abgedeckt ist. Fundamente und Abdichtungen nach außen sind in diesen Bereichen bewusst unterbrochen.

In Bestandsgebäuden oder Neubauten, die derlei spezifische Gegebenheiten nicht mitbringen, werden die nötigen Klimabedingungen auf andere Weise geschaffen. Vergleichbar mit einem modernen Weinkühlschrank, wird der entsprechende Raum durch ein geeignetes Klimagerät dauerhaft auf die gewünschte Temperatur heruntergekühlt. Auch die Luftfeuchtigkeit wird durch das Gerät geregelt.

Im Vorfeld sind jedoch bauliche Maßnahmen zwingend notwendig, um einerseits die niedrige Temperatur im Raum halten zu können, und um andererseits Feuchtigkeitsschäden und Schimmelbildung in den angrenzenden Bauteilen zu verhindern. Diese würden entstehen, wenn die kalte Luft des Weinkellers innerhalb des Mauerwerks auf die warme Luft eines Nachbarraumes trifft.

Zu diesem Zweck werden Wände und Decken des Weinkellers hermetisch mit bis zu 10 cm starken Dämmplatten belegt, die anschließend verputzt werden. Neben der Dämmeigenschaft besitzen diese Baustoffe ebenfalls die Eigenschaft, Feuchtigkeit, die durch den Atem der Nutzer abgegeben wird, zunächst aufzunehmen und im Nachhinein allmählich wieder trocknen zu lassen.

Möbeleinbauten wie Regale, die vor den geschützten Wänden aufgestellt werden, sind ausschließlich mit wärmegedämmten Spezialdübeln im Mauerwerk zu befestigen, um „Kältebrücken“ im Wandaufbau zu verhindern. Auch Zugangstüren, z.B. aus Holz oder Glas, müssen Eigenschaften mitbringen, als wenn sie in einer Außenfassade eines Gebäudes eingebaut werden.

Der formalen Gestaltung des Weinkellers selbst sind keine Grenzen gesetzt. Ob klassisch, rustikal oder eher geradlinig und modern, spiegeln sich hier die Vorstellungen und Bedürfnisse der Nutzer wider. Neben reinen Lagerflächen wie Regalen für liegende und stehende Weinflaschen oder Schubkästen für Weinkisten sind inszenierte Präsentationsflächen für besondere Weine beliebte Gestaltungsträger, ebenso Thekenflächen für das Vorhalten und Abstellen von Gläsern für eine Weinprobe.

Ebenfalls maßgeblich ist das Lagerungskonzept, z.B. welche Sorten von Wein vornehmlich und in welchen Anteilen vorgehalten werden sollen: Rotwein und Weißwein, oder aber auch Champagner in seinen unterschiedlichen Flaschengrößen von der Magnum- bis zur überdimensionalen Nebuchadnezzar-Flasche.

Eine gezielte Beleuchtung des Weinkellers und seiner Einbauten macht ihn für den Moment der Nutzung zu einem atmosphärischen Erlebnis. Jedoch ist auch bei den Lichtquellen darauf zu achten, dass diese den Wein nicht negativ beeinflussen. So sollte auf eine direkte Bestrahlung der Weinflaschen mit stark UV-anteiligem Licht verzichtet werden. Der Einsatz von LED-Technik hat sich hier bewährt.

Wie in jedem anderen Projekt auch, ist das perfekte Zusammenspiel von Material, Form und Farbe bestimmend für die Raumwirkung, ebenso die gekonnte Abstimmung der Einbauten mit der Gestaltung von Wänden, Decke und Boden, um alle Raumelemente zu einer stimmigen Einheit zusammenzuführen.

Schließlich geht es darum, einen perfekten Raum zu schaffen, in dem empfindliche Kellergeister gehegt und gepflegt, aber auch ab und zu freigelassen werden können. Zum Wohl!

Von wegen kleinkariert!

18. Februar 2011

Fliesen bis unter die Decke gehören der Vergangenheit an. Mit natürlichen Materialien, warmen Farben und einer stimmigen Raumaufteilung schaut das moderne Bad über den herkömmlichen Wannenrand hinaus!

Kein Raum hat in den vergangenen 60 Jahren eine solch rasante Entwicklung durchlebt wie das Badezimmer. Mit dem aufblühenden Wirtschaftswunder kam für viele Normalsterbliche die Frage nach einem eigenen Bad überhaupt erst in den Fünfzigerjahren auf.  Davor schrubbte man sich in einem Zuber in der Küche oder hatte in großen Städten die Möglichkeit, ein öffentliches Volksbad zu besuchen. In Mietkasernen teilten sich die Bewohner ihre Sanitärenanlagen oft auf halber Treppe. Sicher, auch Wohnzimmer, Küchen, Schlafzimmer und Kinderzimmer haben sich stilistisch verändert, doch das eigene Bad galt lange als Luxusartikel und somit als unerreichbar. Umso verbissener startete der Neuling der bürgerlichen Wohnwelt seine Aufholjagd: von der Nasszelle zum persönlichen Spa-Bereich. Das Bad hat sich vom reinen Nutzraum in einen Wohnraum verwandelt – in einen Lebensraum, in dem Wasser, Körper, Reinigung und Entspannung zelebriert werden.

Gerade bei der Planung oder dem Umbau des eigenen Bades gilt es daher, auch neue Wege zu beschreiten. Früher oft kleinkariert bis unter die Decke gefliest, meist weiß und mit billigen Oberflächen versehen, erfüllte ein Bad rein praktische Vorgaben. Waschbecken und Toilette hingen oft unmotiviert an den Wänden, notdürftig wurde irgendwo Stauraum geschaffen. Das Bad sei zu klein und zu eng, um Charme zu versprühen, heißt es oft. Eine geschickte Planung kann jedoch auch auf einer kleinen Quadratmeterzahl den Traum vom eigenen Wohlfühlbad erfüllen.

Das Geheimnis liegt in der Gleichberechtigung des Badezimmers. Wie in einem Wohnzimmer gilt es auch hier, über Gestaltungskriterien wie Farben, Licht, Raumaufteilung und geschickte Materialauswahl nachzudenken – diese müssen nicht immer teuer sein.  Jedes Bad versammelt funktionale Zonen wie Baden, Duschen, WC, Waschen oder Aufbewahren. Diese Zonen sollten harmonisch miteinander verbunden werden und nicht für sich alleine stehen. Nur ein ausbalancierter Dialog schafft einen Raum, in dem man sich gerne aufhält. Die einzelnen Sanitärobjekte sollten nicht nur aneinandergereiht werden, sie müssen vielmehr ihrem Ort zugeteilt werden und erhalten so einen eindeutigen Platz, an dem sie wie selbstverständlich erscheinen.

Eine erfolgreiche Badplanung schaut über den herkömmlichen Wannenrand hinaus. Die Dusche muss nicht immer in eine Ecke verbannt werden, und auch eine Wanne kann frei im Raum stehen. Sicher fordern diese Varianten eine gewisse Raumgröße, doch vor allem fordern sie ein einfaches Umdenken. Eine großformatige Regendusche vielleicht sogar als Lichtdusche mit integrierten Leuchtkörpern ersetzt die Brause an der üblichen Duschstange, macht das Duschen zum Erlebnis und lässt das Bad gleich mondäner wirken. Für das schnelle Abduschen wird eine zusätzliche Handdusche angebracht. Der Duschbereich an sich kann bodengleich und mit den gleichen Bodenfliesen wie das übrige Bad ausgestattet sein. Im Neubau wird ein Ablauf gleich in der Bodenkonstruktion beispielsweise in Form einer unauffälligen Rinne geplant. Ist dies in einem bestehenden Bad nicht möglich, kann heute mit besonders flachen Duschwannen und einer minimalen Unterkonstruktion ebenfalls ein niedriger Einstieg in die Duschkabine ermöglicht werden. Duschwände werden schlicht in Ganzglas und rahmenlos mit minimalen Konstruktionselementen ausgeführt.

Einzelne an der Wand hängende Waschbecken mit Standarmaturen werden durch Waschtische mit Aufsatz- oder Einbaubecken ersetzt. Durch den dazugehörenden Unterschrank erhält der Raum eine wohnliche Note. Eine schlichte Wandarmatur wird zum stilvollen Blickfang.

Als verbindendes Element im Raum können die Fliesen wirken. Diese zeigen heute oftmals als Feinsteinzeug sehr natürliche und warme Oberflächen und sollten so großformatig wie möglich gewählt werden. Heute sind Großformate von 120 x 60 cm durchaus üblich. Selbst ein kleiner Raum wirkt dadurch viel großzügiger, auch wenn eine so große Fliese maximal ein oder zweimal in den Raum passt. Der Fliesenspiegel kann zur Spielregel für den Raumentwurf werden und sollte nicht allein dem Fliesenleger überlassen bleiben. Ein Fliesenplan muss her! Fliesen prägen den Raumeindruck und sollten nicht ausschließlich zur Wand- und Bodenabdeckung dienen. In einem modernen Bad prangen sie nur dort, wo sie wirklich mit Wasser in Berührung kommen, oder wo sie für die Raumgestaltung wichtig sind. Die übrigen Wände und Böden können durchaus mit atmungsaktiven Putzoberflächen oder auch Holz gestaltet werden. In einem feuchten Ambiente dehnt sich Massivholz immer wieder aus und zieht sich beim Trocknen zusammen. Deshalb ist es hier besser, Echtholz als Furnier auf einem Trägermaterial einzusetzen. Bei einer normalen natürlichen oder auch künstlichen Belüftung spricht nichts dagegen.

Holz ist ein wertiges und natürliches Material. Sowohl optisch als auch haptisch verbreitet es ein Gefühl von Authentizität. Im Zuge der allgemeinen Wellnesbewegung entfernen sich auch private Bäder immer mehr von künstlichem Styling mit flippigen Accessoires und abstrakten Fliesenbildern, bunt gesprenkelten Steinen oder Motiven. Je schlichter und einfacher die Formen, umso großzügiger und luxuriöser wirkt das Bad. Der Trend geht zur gelebten Natürlichkeit. Dies ist bei der Wahl von Material, Farbe und Licht im Bad der wichtigste Faktor. Denn wirkt der Raum natürlich, fühlen wir uns automatisch wohl darin. Barfuss auf einer angerauhten Bodenfliese zu gehen, erinnert an einen Spaziergang durch den Garten. Das Auge auf warme Töne zu richten statt auf grelle Farben wie in den Siebziegerjahren, entspannt das Auge (siehe Blogg Farbe). Auch auf die üblichen schreifarbenen Bad-Vorleger gilt es zu verzichten. Stattdessen lassen sich aus vielen geeigneten Teppichbodenprodukten Maßteppiche in der gewünschten warmen Farbe anfertigen.

Lichtstimmungen gehen auf unterschiedliche Nutzungsmomente ein: indirekte Stimmungsbeleuchtung im Wannenbereich, direktes Licht von oben und von vorne am Spiegel (siehe Blogg Licht). Gerade im Bad ist das Warm-Kalt-Empfinden extrem, da sich Menschen hier meist unbekleidet aufhalten.  Der Körper muss deshalb gut gewärmt sein, eine angenehme Temperatur schafft eine angenehme Atmosphäre. Heizkörper können geschickt als Handtuchhalter fungieren oder als Fußbodenheizung, auch in älteren Bädern mit wenig Aufbauhöhe in Form elektrischer Matten einfach unter den Fliesen ins Mörtelbett eingelassen werden.

Um den Gleichklang nicht zu stören, sollten Accessoires wie Haken, Handtuch- oder Papierhalter, Seifenspender, WC-Bürstenhalter, etc. auf die Armaturen abgestimmt sein. Sitzmöglichkeiten zum An- und Ausziehen oder zum Eincremen sowie eine Wäschetruhe sollten in das Gesamtkonzept integriert werden, müssen nicht als Solitär nur einfach dastehen, sondern können eingebaut sein. Kleiner Raum bedeutet nicht gleich kleiner Schrank und kleine Formate. Das Gegenteil ist der Fall. Auch ein Spiegel kann gerne eine ganze Wand bedecken und muss nicht immer nur 60 auf 60 Zentimeter groß sein. Die Raumoptik erscheint dadurch wesentlich großzügiger. Hinter einem großformatigen Spiegel lässt sich ein Einbauschrank mit geringer Tiefe verstecken. Darin verschwinden Töpfchen und Tiegelchen, zahlreiche Utensilien und die elektrische Zahnbürste samt der nötigen Elektroanschlüsse. Auch für den notwendigen Stauraum unter den Waschtischen empfehlen sich Einbauten, da sie den Platz optimal nutzen. Hier kann der Föhn gleich in angeschlossenen Zustand in einer Schublade unterkommen. Denn ein aufgeräumtes Bad wirkt gleich viel entspannender als eines mit Tischen und Boarden, auf denen es von Dosen und Tuben nur so wimmelt!

Grün, grün, grün sind alle meine Kleider …

19. November 2009

Bunte Wände statt strahlendem Weiß?  Oft wird das Zuhause unter völlig falschen Voraussetzungen gestrichen. Schon einfache Überlegungen können helfen, den richtigen Ton zu treffen!

„Ich möchte gerne irgendetwas mit Farbe machen!”  – ob Haus oder Wohnung, Eigentum oder Mietobjekt – jeder kennt das Gefühl.  Drängt das traute Heim nach Veränderung, gehört Farbe zu den Favoriten. Der erste naheliegende Einfall lautet: „Ich streiche die Wände! Dann sieht es hier gleich frischer aus!”

Doch dieses „irgendetwas mit Farbe” lässt sich meist schwer in die Realität umsetzen. Nicht jeder Farbton bringt gleich die erhoffte Frische oder wahlweise vielleicht auch die ersehnte Ruhe. Denn ganz so einfach verhält es sich mit der Wahl der richtigen Nuance meist nicht.

„Grün, grün, grün sind alle meine Kleider. Grün, grün, grün ist alles, was ich hab´”, heißt es in einem bekannten Kinderlied. Doch zwischen einem knackigen Apfelgrün und einem sanften Moosgrün liegen Welten. „Darum lieb´ ich alles was so grün ist, weil mein Schatz ein Jäger, Jäger ist …” folgt der nächste Vers. Nun, der Berufswahl des Herzallerliebsten entsprechend, dürfte es sich wohl eher um eine dunklere Schattierung handeln. Doch so vielfältig die Möglichkeiten sind, sich grün zu kleiden, so viele Möglichkeiten offenbaren sich auch, die Wände grün zu streichen. Ein einfacher Blick auf einen Farbfächer aus dem Baumarkt wirft gleich hundert Fragen auf.

Während Menschen bei Blusen, Hemden, Krawatten, Tüchern, Schals oder Pullovern ihr Grün sehr bedacht wählen würden, werden beim Streichen der Wohnung oft übereilte Entscheidungen getroffen. Auch in zahlreichen Magazinen oder auf Internetseiten wird meist schnell mit Verallgemeinerungen aus der Farbpsychologie argumentiert. Rot wird Kraft zugeschrieben, Blau eher Ruhe. Doch auch hier gilt das gleiche wie bei Grün und allen anderen Farben: Ein feuriges Karminrot und ein edles Bordeaux wirken auf einer Wand völlig unterschiedlich. Zwei verschiedene Rottöne schaffen eine unterschiedliche Atmosphäre. Und auch der Unterschied zwischen einem kühlen Azur und einem tiefen Königsblau liegt eigentlich auf der Hand.

Jeder Raum muss auf seine eigene Beschaffenheit, auf seine Lichtverhältnisse, seine Möblierung und auch auf seinen Besitzer hin analysiert werden. Erst dann ist es möglich, ein passendes Farbkonzept zu erstellen.

Ein beliebter Fehler: Farben werden aus der Erinnerung heraus gekauft. „Ich habe das im Fernsehen gesehen” oder „Mein Nachbar hat da so eine gelbe Vase”. Wie so oft im Leben trügt die Erinnerung jedoch auch hier. Prangt der Ton dann erst einmal an der Wand, ist die Enttäuschung groß. Denn die Farbe strahlt ganz anders, als bei dem vermeintlichen Vorbild.

Hier hilft dem Laien ein kleiner Probeanstrich. Dank moderner Farbsysteme wie Sikkens oder NCS lassen sich sehr viele Nuancen im Baumarkt anmischen. Tipp: Jeweils die kleinste erhältliche Einheit der in Frage kommenden Töne mitnehmen und je eine Teilfläche auf der gewünschten Wand damit streichen, um die Wirkung im Raum zu erkennen. Später, wenn die Entscheidung gefallen ist, lassen sich die diversen Farbproben mit Weiß abdecken und dann spielend übermalern. Diese Methode ist natürlich mit Aufwand und Kosten verbunden, und das betreffende Zimmer sieht einige Tage etwas gescheckt aus – aber auf lange Sicht lohnt sich der Aufwand.

Allerdings ist es für viele Laien dann immer noch sehr schwierig, den Probeanstrich zu deuten. Jede Farbe wirkt auf einer großen Fläche anders als auf einer kleinen, denn auch die Beschaffenheit der Wand, das Antrocknen und die Lichtverhältnisse auf der gesamten Fläche führen meist zu einem völlig anderen Ton. Hier bedarf es Übung und fachmännischer Vorstellungskraft, um genau den gewünschten Farbton zu treffen. Sonst wird leicht eine zu kräftige Signalfarbe ausgesucht. Denn generell sollten Farben für den persönlichen Lebensraum nicht zu grell, sondern eher natürlich wirken. Werden Wände in allzu schreienden Gelbtönen oder knalligem Rot gestrichen, springen sie förmlich auf den Betrachter zu. Gerade in kleinen Räumen verfehlt der Anstrich dann oft seine erwünschte Wirkung, schießt übers Ziel hinaus und lässt den Raum noch kleiner wirken. Grau-Blau kann hier zu einem viel angenehmeren Ergebnis führen und den Raum vergrößern. Das wussten bereits die Maler der Renaissance, die mit derartigen Tönen in ihren Gemälden den Horizont andeuteten und somit eine Perspektive und die nötige Tiefe schufen.

Es ist auch eine Überlegung wert, nicht gleich eine ganze Wand in Farbe zu tauchen. Die Farbe soll schließlich Akzente setzen. Das gesamte Gemäuer einfach deckend zu streichen, kann dagegen eher langweilig wirken. Hier reichen manchmal schon einige Ornamente, Kreise oder Linien, vielleicht auch einige Quadrate, die sich auf verschiedenen Wänden oder vielleicht sogar in den Formen der Möbel wiederfinden.

Selbst wenn die Wand wirklich flächig gestrichen werden soll, ist zu überlegen, ob nicht nur ein gewisser Teil ausreicht. Was spricht dagegen, einen Raum nur bis auf Fensterhöhe zu streichen? Die Fensterbank bildet einen hervorragenden Abschluss. Oder die Höhe wird von einem Türrahmen oder einem Regal bestimmt, das sich in diesem Raum befindet und somit eine Referenzgröße bildet.

Vielleicht genügt es auch, nur die Fläche hinter dem Sofa oder dem Bett zu streichen? Diese fasst dann das Möbelstück ein und definiert dessen Platz neu. Auch hier sind die Varianten zahlreich: Zur Decke hin kann sich ein weißer Rand absetzen. Oder die Farbfläche kann wie ein Winkel von Wand zu Wand oder von der Wand in die Decke übergehen. Mit Hilfe eines gleichfarbigen Teppichs kann solch ein Winkel auch von der gestrichenen Wand und dem Fußboden gebildet werden. Dadurch wird der Raum völlig neu aufgeteilt, denn durch diese Farbwinkel erhalten Raumzonen eine Art Klammer.

Viele sind sich dieser Möglichkeiten gar nicht bewusst. Meist teilt sich die Menschheit in zwei Gruppen. Zuerst kommen die Liebhaber der großen Weiße: Minimalistisch, pur, weiß, edel. Auch ihnen können kleinere Farbflächen helfen, ihr Zuhause völlig neu zu gestalten, ohne dass die Augen dabei förmlich geblendet werden. Die zweite Gruppierung wird durch die Farb-Fans gebildet. Sie streichen am liebsten den gesamten Raum oder den ganzen Flur. Auch für die Anhänger dieses Credos genügen ausgesuchte Farbflächen, um den Raum sichtbar zu verändern – ohne dass es karg wirkt. Denn wie immer sind Stereotypen viel interessanter, wenn sie sich auflösen. Schließlich will ja auch niemand eine Garderobe tragen, die nur aus Grün, grün, grün besteht …?

Die große Erleuchtung…

23. Oktober 2009

Oft wird der guten alten „Lampe” zu wenig Beachtung geschenkt. Denn in Wahrheit ist sie eine Leuchte! Und genau das, ist auch ihre Aufgabe.

„Das Licht ist das einfache, unzerlegteste, homogenste Wesen, das wir kennen”, schrieb Johann Wolfgang von Goethe. Doch Wesen, die auf den ersten Blick einfach und gutmütig erscheinen, sind oft schwer zu zähmen. Und seit der Erkenntnis des großen Dichterfürsten sind nicht nur weit über 200 Jahre ins Land gezogen. In der Zwischenzeit wurden auch Glühbirnen, Halogenleuchten, Dimmer und andere technische Wunder erfunden.

Das Geheimnis eines perfekten Lichtkonzeptes liegt im Wechsel zwischen direkter und indirekter Beleuchtung. Wird hier gekonnt die Balance gehalten, birgt der Raum beruhigende Zonen und gleichzeitig erhellende Momente. Dadurch wird die Atmosphäre nicht zu ermüdend und dämmrig, aber auch nicht zu grell und aufwühlend.

Fachleute unterscheiden zwischen Funktionslicht und atmosphärischem Licht. Ersteres erhellt den Esstisch, damit niemand im Dunkeln löffelt oder den Schreibtisch, damit auch noch spät daran gearbeitet werden kann. Es brennt auf dem Nachttisch und ermöglicht die Bettlektüre oder scheint in der Küche auf die Arbeitsfläche und lässt das Gemüsehacken verletzungsfreier von der Hand gehen. Das atmosphärische Licht definiert den Raum neu. Es schafft ruhige Sphären oder funktioniert das Sofa in eine Lounge um.

Je nach Einsatzgebiet weitet das Licht den Raum oder erhöht ihn. Deshalb gilt es, in jedem Raum mit verschiedenen Lichtquellen zu arbeiten. Der klassische Deckenauslass, der in jeder neu angemieteten Wohnung wartet, ist meist zu wenig. Das Bild wird erst durch Stand- oder Wandleuchten, Tischleuchten oder Lichtgräben komplettiert. Viele begehen leider den Fehler und denken: „Wir übersäen die Decke mit Spots, und dann wird es schon hell”. Das Gegenteil ist oft der Fall: Da das Licht gebündelt zu Boden geworfen wird und dieser meist  nicht reflektiert, erscheint die Decke dunkel. Bezwecken die Bewohner eine mystische Aura, mag dies funktionieren. Sonst muss mit anderen Lichtquellen gegengesteuert werden. Hier bietet sich beispielsweise ein Gesims an, das die Decke wie ein Band einfasst. Dahinter verstecken sich Leuchtröhren. Sie können nun die Decke mit Licht fluten.

Die richtige Leuchte unterliegt natürlich dem Geschmack des Besitzers. Sie sollte aber auf jeden Fall zur restlichen Einrichtung passen. Die verschiedenen Leuchten können gerne unterschiedlich sein, denn so wird das Auge mit zusätzlichen Farb- und Formspielen verwöhnt. In einem gut gestalteten Raum nimmt eine Leuchte den gleichen Stellenwert wie ein gestaltetes Möbel ein. Auch hier kann gutes Design teuer sein – muss es aber nicht. Zahlreiche preiswertere Hersteller bieten bereits formschöne Objekte.

Eine Leuchte und das von ihr verströmte Licht bestimmen auch die Gewichtung des Raumes. Prangt im Speisezimmer ein ausladender Kristalllüster über dem Esstisch, markiert er ohne Umschweife das wichtigste Element dieses Raumes. Je nachdem, wie tief die Lichtquelle hängt, wird dadurch auch die Platzsituation völlig neu definiert.

Neben der Wahl der Leuchte, gilt es vor allem, auf das geeignete Leuchtmittel zu achten. Die Wattzahl ist hier ebenso entscheidend wie die Lichtfarbe. Denn sie hilft beispielsweise in einem Ankleidezimmer oder bei Einbauleuchten im Kleiderschrank, ein tageslichttaugliches Outfit zusammenzustellen.

Licht erzeugt also eine gewünschte Stimmung oder setzt Möbel und deren Besitzer gekonnt in Szene. Schließlich hat neben Goethe auch Bertold Brecht den Reiz einer guten Beleuchtung in seiner „Dreigroschenoper” bereits simpel und logisch zusammengefasst: „Und die einen stehen im Dunkeln, und die anderen stehen im Licht. Doch man sieht nur die im Lichte, die im Dunkeln sieht man nicht!”

In den Raum geschneidert …

03. Mai 2009

Möbel nach Maß erfüllen individuelle Bedürfnisse, müssen aber kein Vermögen kosten.

Die Londoner Saville Row gilt unumstritten als „Die Straße der Maßanzüge“. Hier siedelten sich die besten Schneider der britischen Inseln an. Seit jeher stellen sie der Maßanfertigung folgende Definition voran: „ Zugeschnitten nach einem Individuum, für ein Individuum, von einem Individuum.“

Ob Garderobe, Kleiderschrank oder Bücherregal mit integriertem Sekretär – was für den perfekt sitzenden englischen Cut gilt, gilt auch für Einbaulösungen in der Möbelwelt. Die Maßanfertigung wird nach den Koordinaten eines individuellen Raumes zugeschnitten, für den individuellen Bewohner hergestellt und von einem individuellen Innenarchitekten mit seiner eigenen Handschrift gestaltet.

Die Vorteile: Kein Platz wird verschenkt. Materialien, Oberflächen und Farben können in das Raumkonzept eingebunden werden. Der Besitzer des Einbaumöbels kann die Einteilung frei wählen. Denn schließlich weiß er oder sie am besten, wie viele Paar Socken in den Schubläden unterkommen müssen, ob die Kleidungsstücke besser hängen oder liegen, oder aber wie viele Bücher auf den Regalböden zu stehen kommen.

Die edelste und hochwertigste Form des maßangefertigten Möbels wird sicher als Schreinerarbeit hergestellt. Wer nicht ganz so viel Geld für seinen Individualismus investieren will, kann auf zwei Tricks zurückgreifen. Der Schreiner muss nicht immer und überall Echtholzoberflächen einsetzen. Verdeckte Gefache oder Schübe können ohne weiteres auch beschichtete Dekoroberflächen aufweisen. Diese sind optisch durchaus ansprechend und manchmal im Gebrauch sogar weitaus praktischer, da pflegeleichter. Und zu guter Letzt muss auch nicht immer eine Schreinerlösung gewählt werden. Zahlreiche Firmen wie Ars Nova oder die Wiener Werkstätten stellen frei kombinierbare Systemlösungen als Handelsprodukte her, die bereits großen Spielraum für individuelle Wünsche lassen.

Eines gibt es bei der Einbaulösung zu bedenken: Ideal ist sie für die eigenen vier Wände. Wohnt der Individualist zur Miete, sollte er sich schon sicher sein, dass er dort sehr lange bleiben kann. Denn schließlich wird auch der Maßanzug für den eigenen Körper geschneidert und nicht für einen fremden!